The New Land Rover One Ten|1984

Manchmal dann doch auch für altblechverliebte Retroschrauber interessant: der Blick in die Zukunft. Naja, ich will die altblechverliebten Retroschrauber nicht völlig überfordern, also verlagere ich den Blick in die Zukunft auf den Blickwinkel von 1983.
Interessant ist auch hier der maximal flexible Umgang der Marektingabteilung mit den Gegebenheiten. Land Rover macht 1984 mit der ersten und dringend notwendigen tiefgreifenden Modellpflege in über vierzig Jahren vieles richtig. Sie behalten was gut ist und verbessern was verbesserungswürdig ist. Der Wendekreis wird kleiner, ein permanenter Allrad mit Sperre, breitere Spur, stärkere Motorisierung und ja: Schraubenfedern. Denn Schraubenfedern sind im Gelände einfach besser, weil sie die Räder länger auf dem Boden halten als Blattfedern. Das alles kam neu. Dafür blieb das Auto im wesentlichen das was es war: ein Land Rover, also eine praktische Kiste, die sich der Halter zu dem Auto fertig baut, welches er braucht. Im Gegensatz zur Gegenwart, in der alle Defender-Nachfolger bislang aussehen wie professionell sinnlose Boxautos für durchgeknallte urbane Funsportler, je nachdem welche Studie man sich ansieht mit mehr oder weniger offenkundig therapiebedürftigen Umgang mit Botoxpräparaten. Nein, der Oneten brachte einen neuen Wagen für eine veränderte Klientel ohne die Kontinuität zu brechen. So geht Modellpflege. Einfach das bewährte Label für ein bewährtes Produkt auf irgendwas anderes zu kleben ging noch nie gut.

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