Perlen aus Blacklandy – Wieviel Zahnräder braucht ein Getriebe?

Eine Neue Rubrik, weil mir manchmal bei Blacklandy etwas aus der Feder fliest, was ich für aufhebenswert halte.

Da hatte jemand einen halben Eimer Metalschrott nach dem Ölablassen des Getriebes in der Hand und fragte sich berechtigterweise was nun? Es kamen Antworten wie „Vorsichtig weiterfahren und beobachten“. Da musste ich mal wieder schwurbelnd in die Tasten greifen:

Hmm, anders als in der Homöopathie oder versunken im Gebet gibt es bei der Mechanik keine Option auf Besserung aus sich selbst heraus. Wo nach der homöopathischen „Erstverschlimmerung“ oder der in Zwiesprache mit „Gott“ erlangten Läuterung eine Besserung eintreten soll, mitunter auch eintritt, kommt bei der Mechanik, wenn sie erst einmal angefangen hat Metallbröckchen zu kotzen alles mögliche, aber keine Linderung und schon gar keine Besserung. Ok, es wird mit Sicherheit auch Marken-Schamanen und Wunderheiler geben, die einem Jung-Landroveristi vermitteln können dass es die Bestimmung eines Serien-Getriebes sei den seine postmoderne Hektik fliehenden Halter zu entschleunigen. Stimmt sogar gewissermaßen. Und dass er, wenn er er es nur richtig anstellt gar in ein Equilibrium vollständiger Ruhe eintreten wird. Und dass Kugeln im Öl nicht nur ein deutliches Zeichen dafür sind in diesem Sinne auf dem richtigen Weg zu sein, sondern dessen heilige Sakramente.
Für alle, die beim Klang dieser Suren nicht spontan beginnen im lukasbrandrauchumwaberten Gleichlauf der Getriebemühlen den Oberkörper zu wiegen und die Chakren des Sonnengeflechtes in einem tiefen Ohm reinigend zu entladen gilt: Keiner der weiß dass Hammer auf Finger Aua und Hebel mal lang gleich Kraft ist wird einem Getriebe welches sich gerade anschickt den Hof mit Kugel-Diarrhö und Metall-Ruhr vollzumachen anders als mit Extraktion, Analyse und Reparatur begegnen. Keiner der ernsthaft schraubt wird anders reagieren. Alle anderen lecken in so einem Fall an einem Alustäbchen und denken ganz feste an was positives.
Ja, man nimmt dem Leben vielleicht den Reiz des Unvorhergesehenen, etwa dem Verlust des Schaltenkönnens in der Autobahnausfahrt nachts um drei dieweil von hinten der aufblendende Skania-Zug mit den tiefanschwellenden Truckhörnern die ohnehin gerade zerfasernden Nerven gelungen zu pulverisieren weis. Oder bei Tempo 95 mal eben zu erleben wie es sich anfühlt, wenn so ein Getriebe blockiert. Wenn man dann im Abflug in der kurzen Schwerelosigkeit des Parabelfluges zwischen all den Dingen aus der Cubbybox im Fahrerraum hängend in Art eines lichten Momentes reiner, klarer Erkenntnis zu ahnen beginnt, dass die Kugeln irgendwie doch eine Funktion hatten.

Und für alle, denen ich gerade wieder zu viel schreibe das Exzerpt: Kugeln im Sieb: Getrieberevision jetzt, nicht gleich, nicht morgen. Sonst Aua und Heul und davon viel, und wenn dann bestimmt unpassend.

One comment to “Perlen aus Blacklandy – Wieviel Zahnräder braucht ein Getriebe?”
One comment to “Perlen aus Blacklandy – Wieviel Zahnräder braucht ein Getriebe?”
  1. moin guido,

    das ist super!
    ich hatte auch schon mal überlegt, ob ich eine kopie in einem dokument anlege, auch mit deinen vielen lach-krachern, satire-delikatessen und wortschlachten á la „neulich bei der zulassungsstelle / h-kennzeichen“, die serie und der hippster und so weiter…

    das wäre ein buch wert!!!

    oder hast du da so gar schon etwas?

    hab dank für all die perlen..
    ahoi
    fabi

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