The Great Train Robbery

Leatherslade Farm at Oakley Buckinghamshire, where the Great Train Robbers hid-1519726

Am 8. August 1963 machen sich 16 Diebe auf, einen der berühmtesten Raubzüge aller Zeiten in die Tat umzusetzen. Dabei verließen sie sich nicht nur auf auf ihre ausgeklügelte Planung und Umsetzung, sondern auch auf Land Rover.

Was zuerst sachlich als der Cheddington Postzug Raub bekannt wurde, bekam schnell im Zuge der medialen Beachtung und der bis heute unverhohlenen Bewunderung für die Chuszpe und die Durchführung den Namen „The Great Train Robbery|Der große Zugüberfall“.

Der Kopf hinter dem Plan war Bruce Reynolds, ein Mann mit sattsam bekannter Einbrecherkarriere, gerne auch bewaffnet und wenig zögerlich. Inspiriert durch die Eisenbahn Überfälle des Wilden Westens in Amerika, entwickelte er den Plan den nächtlichen Postzug von Glasgow nach London zu überfallen. Über Monate plante ein vierköpfiges Team bestehend aus Reynolds, Roy James, Charlie Wilson und Roger Cordrey die Ausführung. Alles fußte auf Basis postinterner Details eines bis heute unbekannten Informanten, dem Ulstermann, wie er nach einem Herstelleretikett an seiner Kleidung genannt wird. Cordrey hatte bereits Erfahrungen mit Zugüberfällen und wusste, wie man die Signalanlagen so bedient, dass man Züge anhalten kann.

Um 18:40 Uhr am 7.08. 1963 verließ der Postzug mit 12 Waggons und 72 Mann Personal Glasgow. Damals wurde die Post händisch während der Fahrt vorsortiert, daher die große Zahl an Begleitern. Der zweite Wagen hinter der Lock beinhaltete die Wertgutachten. Normalerweise waren hier etwa Geld und Sendungen im Wert von 300.000 £, nicht jedoch an diesem Mittwoch. Durch Bank Ferien in Schottland waren 2.6 Millionen Britische Pfund an Bord. Nach heutigem Wert etwa 78 Millionen Euro.

Um kurz vor drei Uhr nachts verdeckten die Bande das grüne Durchfahrtsignal und schaltete mit einer Batterie das rote Stoppsignal ein. Parallel durchschnitten sie die Leitungen der Streckentelefonkabel. Die beiden Zugführer brachten die schwere Dieselelektrolokomotive vom Typ 4 am Signal zum Halten und wunderten sich über den unvorhergesehenen Halt. David Whitby stieg aus, um bei der nächsten Station anzurufen. Er wurde wie auch Mr. Mills der andere Zugführer von der Bande überwältigt und mit den nach kurzer Rangelei niedergerungenen fünf Zug- und Postbeamten im ersten Waggon festgesetzt. Der Zug wurde zwischen Wagen zwei und drei entkoppelt und sollte nun zu einem geeigneten Entladepunkt, 800m weiter an der Brücke 127 fahren. Obwohl einer der Räuber hatte sich monatelang vorbereitet hatte, wurde kurzfristig entschieden einen eisenbahnerfahrenen für die Aufgabe zu nehmen: Stan Agate. Nur leider kannte er ausgerechnet diese Lok nicht und war nicht in der Lage sie auch nur einen Zentimeter zu bewegen. Also zwang man den Lokführer Mills diese Aufgabe zu übernehmen.

Innerhalb von 25 Minuten wurden 128 der insgesamt 135 Postsäcke auf einen Austin Loadstar und zwei Land Rover verladen und abtransportiert.

Die geniale Planung, professionelle Ausführung, tragische Flucht und Verhaftung fast aller Bandenmitglieder und in Folge deren mit insgesamt verhängten 300 Jahren harte Verurteilung machten die Räuber zu Volkshelden. Mehrere Spiel- und Dokumentarfilme brannten den großen Zugraub ins kollektive Gedächtnis ein.

 Mittendrin: zwei Land Rover. Ein früher 48er Serie I „lights under grille“ und eine Serie II, beide aus ehemaligen Armeebeständen. Sie hatten zur Verwirrung beide die gleichen zivilen Kennzeichen BMG 757 A. Einer soll dem Vernehmen nach bis heute in Händen eines unbekannten Sammlers sein. Auf Auktionen und in Sammlungen finden sich bis heute Teile der Fahrzeuge.

2 comments to “The Great Train Robbery”
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  1. Auf den Bildern aus der Zeit sind übrigens drei Land Rover zu sehen: zwei vor der niedrigen weißen Halle und ein weiterer auf dem Luftbild. Vielleicht ein Polizeifahrzeug. Und bei einem SI wurde das Kennzeichen zwischen zwei Bildern umgeschraubt. Auf dem Polizeibildern ist das Kennzeichen auf dem Grill, bei dem Bild mit den Signaturen am Kotflügel.

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