Cars II: Non Casted Heroes | Hooker Dooker

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Hooker Dooker ist einer der wenigen, die noch in Lohn und Kost stehen.Ruft man auf den Kanaren oder im Nahen Osten den Pannendienst, so sind sie es, die manchem verzärtelten SUV zur Spontanheilung verhelfen. Lieber die Chipmigräne tapfer ertragen, als von so einem Beulenträger auf den Haken genommen zu werden. Da die Rolle beim Film Cars schon besetzt war, ergab sich für ihn auch nicht die Frage nach einem Casting. Hooker passt also eigentlich nicht in diese Reihe, uneigentlich aber doch. Im Gegensatz zum witzig-naiven liebenswert dorftrotteligen Rollenklischee im Disney Animationsfilm muss er nicht erst erfunden werden–er ist echt. Er ist die automobile Antipode auf den Waschtumsgrundsatz der auf maximalen Shareholdervalue prämissierten Volkswirtschaften, die am Volk vorbei nach betriebswirtschaftlichem Grundsatz jeglichen Gewinn privatisieren, den Aufwand hingegen konsequent kommunalisieren. Deren Volksvertreter Orden dafür verteilen, dass Privatbänker die Gesetzte machen und es daher für vollkommen selbstverständlich erachten, dass Ottonormalbürger im Schnitt jedes Jahr weniger verdient, während im Schnitt weder die Bänker noch ihre Banken richtig Steuern zahlen. Aber auch ohne richtig Steuern zu zahlen dennoch staatstragend, vor allem dann wenn sie mal wieder das Bruttoszialprodukt von Burkina-Faso nebst Anrainerstaaten im Hochrisikoderivatebereich verzockt haben, am besten mit Mitteln aus einer mündelsicheren Rentenkasse. Die uns erzählen, dass die Antwort auf Krise nicht Umdenken sondern noch konsequenterer, noch bedingungsloserer Konsum sei und warum es billiger ist, ein gutes abbezahltes fünf, sechs Jahre altes „Altauto“ per Abwrackprämie in einen Neuwagen und Kreditschulden zu wandeln. Wobei der der Zugewinn des Neuwagens eine geschickte Abhängigkeitsfalle darstellt, da an diesem noch nicht einmal ausgebildete Mechaniker was reparieren, sondern nur noch baugruppenweise itterierend austauschen können. Prima dafür gibt es dann, wenn man Glück hat jedes Jahr ein Duftbäumchen gratis. Der gute Bürger ist ein Steuerzahler, der bessere, wie das Land auch, ein hochverschuldeter Kreditnehmer, der idealerweise seine Kredite mit Krediten bedient, die er mit Krediten bedient, die er mit Krediten bedient. Zum Ausgleich werden von unseren Steuern bezahlte Autobahnen privatisiert, denn was ist besser als einmal zahlen? Richtig: zwei, drei mehrmals, dauerhaft zahlen. Und der Benzinpreis steigt auch wenn der Barrelpreis sinkt, was mittlerweile so tradiert ist, dass man es schon als logisch betrachtet. Was zu Ende gedacht bedeutet, dass Altautos glatter Betrug an der Volksgemeinschaft sind und selbstschraubende Wenigkonsumierer ohne Sitz im Bankenaufsichtsrat eigentlich Parasiten sind. Hooker Dooker – die blechgewordene Frage nach dem wie viel besser, mehr, anders brauchen wir eigentlich. Eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben. Schon gar nicht in Lohn und Kost. Aber ich schweife ab, mal wieder.

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2 comments to “Cars II: Non Casted Heroes | Hooker Dooker”
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  1. Hi Guido,
    wenn das mal die Sittenwächter lesen, solltest Du vor jedem Start schauen, ob unter Deiner Serie verkabelte Päckchen liegen.
    Ach ja, irgendwie kommt man sich vor wie in einem schlechten SciFi Film, wo alles neuer und schöner sein muss. Da gibt es immer wieder neue Erfindungen der Legislativen, um den Konsum anzukurbeln.
    Den Rest besorgt die offiziell anerkannte Gehirnwäsche mit unterschwellig sozialem Druck über die Medien.
    Aber auch ich schweife ab und freue mich schon auf die eventuell nächsten Charaktere in „cars“

    Frank

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  2. Selten so eine witzig-beissende und dabei 120% zutreffende Zeitgeistkritik gelesen…wenn deine gesammelten Werke mal in Buchform erscheinen wird dein Verleger schon dafür sorgen dass DIESER Post ausgesäubert wird…

    Früher hatte man uns immer gesagt „…dann geh´doch nach drüben !“. Heute heißt es gleich „Willste kritisch sein>>>da ist die Tür !“
    e voilá, ich hab die Notausgang-Tür genommen und bin heute glücklicher als je zuvor in Dtl… :))

    Sollte man sich jedoch an höherer Stelle gönnerhaft zeigen und auch mir die 200.000 €-Lebenslang-Privat-Rente zukommen lassen, würde ich über eine Rückkehr ernsthaft nachdenken…

    Marten

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