Cars II: Non Casted Heroes | Sabino Santana

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Sabino Santana ist wohl die tragischste Ausführung eines Land Rovers – Einer der alles falsch gemacht hat, weil er alles richtig gemacht hat.Eigentlich seltsam, das er nicht für Cars II gecastet wurde, birgt er doch alles, was eine echte Characterrolle braucht: Kraft, Ausdauer, Loyalität aber eben auch Character. Von Solihull wegen des schnöden Mammons ins Spanische Exil verbannt erkannte er alsbald, dass Exil auch Freiheit bedeutet. Zum Beispiel die Freiheit endlich mal mit ein paar alten Zöpfen aufzuräumen und einen richtigen Sechszylinder in den Motorraum zu werfen. Nicht so eine verzärtelete Mimose, wie die Briten sie aus einem Rollenden Wohnzimmersofa in ihren Sechszylinder transplantierten. Kein Motor der für jedes geöffnete Ventilchen erstmal ordentlich gelobt werden will. Nein Santana nahm einfach den robusten Vierzylinder und hängte einen halben Vierzylinder hinten dran und fertig war eine robuste Kathedrale von Motor. Die ganz nebenbei die selben Ersatzteile schluckt, die ohnehin schon im Regal liegen. Während man in England gerade anfing sich etwas zu langweilen, weil die robusten Serien einfach nicht kaputtgingen und zur Auflockerung billigsten polnischen Stahl mit hohem Schrottanteil bestellte, hat Santana diese Form der Langeweile zum Stil erhoben und besseren Stahl in dickeren Blechen verwendet. Überhaupt haben sie sich ständig bei den Geschwistern beliebt gemacht, weil sie Parabolfedern hatten, die weich waren und dennoch große Lasten wegschluckten und zum Ausgleich dreißig Jahre hielten, Die Inselbauern zischten ein leises, böses „chwul“ und bouncten lieber weiter mit wundem Steiß männlich auf ihren HT Federn herum, die man ohne Komfortverlust auch durch T-Träger ersetzen konnte. Hintere Stationtüren mit Steckscheiben hatten die findigen Spanier serienmäßig, auf der Regeninsel gab es dass nur für Armeefahrzeuge. Und, und, und. Kurzum, die Spanier haben verloren, weil sie einfach alles richtig gemacht haben. Alles. Es sind einfach die besseren Autos,. Land Rover sind jedoch keine Autos sondern bestenfalls eine Ode an den Gott der Improvisation – eine Aussteigerreligion für zivilisationsmüde aber stilbewusste Großstädter. Und die Serien sind die Weihkirchen dieser Religion. Ein Santana hingegen ist ein richtiges Auto, dass in jeder Hinsicht besser ist und eigentlich gar nicht kaputtgeht, man muss ihn schon erschießen um was zum Schrauben zu haben – kein Wunder also dass ihr Ruf in Land-Roverkreisen so bescheiden ist. Zumal in Deutschland, denn wir haben Regeln und da werden solche Qulitätsausreisser noch härter geahndet als in anderen Ländern.

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