Camel Trophy 1983 Zaire

Die Serie wird gerne mit der Camel Trophy in Verbindung gebracht. Was wohl daran liegt, dass in der Kinowerbung der Camelman eine Serie auf dem Floß hatte. Denn in der Geschichte der Camel Trophy vom kernigen Offroadereignis für ganze (rauchende) rotzbremsige Männer zum Funsportincentive für (nichtrauchende) meseomorphe Lycraträger kam die Serie gerade einmal zum Einsatz.

1983 war bereits die 4. Runde für die Camel Trophy, die erste in Afrika und die einzige mit Serie Land Rovern. Und es war die erste, bei der pro Land nur ein Team starten durfte. Insgesamt gingen sieben Nationen an den Start. Die 88er mit der bewährten fünfach gelagerten 2,25l Dieselmaschine waren aus der letzten Baureihe und wie gewohnt von Land Rover eigens für dieses Ereignis ausgestattet. Zur Sonderausstattung zählten die achtblättrigen Militärlüfter ebenso, wie doppelte Keilriemen, Ölkühler, und den trophyüblichen Zusatzausstattungen wie Dachgärten, Scheinwerfer, Luftlandebleche, Kanisterhaltern etc.

Die 1600 Kilometer von Kinshasa nach Kisangani boten für 16 Tage ein extrem abwechslungsreiches Portfolio an Herausforderungen für die Fahrer: von tiefen Schlamm bis Wüstensand bei Temperaturen bis 48°C im Schatten und 95% Luftfeuchtigkeit. Bedingungen die Ihren Tribut forderten: das italienische Team verlor den Unterstützungs-109er beim Versuch im Heck zu kochen. Ein Missgeschick mit dem Ölbrenner lies eine Verpuffung entstehen, in deren Folge das Dach des 1o9er abgesprengt wurde. Trotz imposanten Feuerball haben alle Insassen geschockt aber ohne größere Verletzungen überlebt. Das Team fuhr wie alle anderen im Zeitplan über die Ziellinie. Teamgeist war ebenfalls noch groß geschrieben: als sich an einer Auffüllstation herausstellte, dass der Tankwagen etwa 25 Kilometer entfernt im Dschungel stecken geblieben ist, haben drei Teams die ganze Nacht hindurch für die anderen Teams Dieselkanister vom Tanker zum Lager transportiert. Kaum aus dem Dschungel rausgekommen, stellte sich heraus, dass die künstliche Landebahn für den dringend benötigten Versorgungsflieger zu kurz war, wurde gemeinsam die Rollbahn verlängert. Ebenfalls neu war, das bei dieser Trophy das Medizinische Begleitteam auch Einwohner am Rande der Strecke versorgte. etwas, was bei den nächsten Trophys üblich werden sollte.

Die Camel Trophy 1983 gewannen Henk Bont and Franz Heij, Holland, vor Portugal und Hongkong. Alle Fahrzeuge, Wettbewerber und Versorger bis auf den gesprengten 109er erreichten das Ziel. Und selbst der konnte nach Reparatur im Dschungel auf eigener Achse zurück überführt werden. Triumph der Buschmechanik oder urbane Legende – zumindest erstaunlich für eine derart ausgebrannte Kiste. Wie damals üblich wurde ein Teil der Fahrzeuge an Einrichtungen im Gastland verschenkt, andere über das dortige Händlernetz verkauft. Kein Fahrzeug kam je wieder nach England zurück, auch ist nichts von überlebenden Serien bekannt.

Es war im Vergleich die härteste Camel Trophy die jemals gefahren wurde, kein Wunder, dass man Serien nahm.

6 comments to “Camel Trophy 1983 Zaire”
6 comments to “Camel Trophy 1983 Zaire”
  1. Mann da werd ich ganz nervös…………………
    Dieses volltanken und weg Gefühl schlägt wieder zu und durch!
    Ich schieb jetzt mal das 83 `Video dazu rein , Suchtfaktor !!!
    Ja , ich hab nicht nur alte Landys , auch medial gibts da noch einiges aufzuholen ………

  2. Wow !
    Trotzdem frage ich mich ob das mit dem Kippwinkel wirklich mit rechten Dingen zugeht.
    Der Mann im Hintergrund sieht jedenfalls auch ziemlich „geneigt“ aus 😉
    Egal – jedenfalls wäre da glaube ich jeder gerne dabei gewesen !

  3. Sauber Leistung!Sehr schoene Seite!Ich baue gerade einen Santana Serie 3 auf(besser gesagt 2 baugleiche)Beide sollen dabei ueberleben und evtl mal Besucher durch die Bardenas Reales fahren!Gibt es noch weitere besonderheiten der Camel Serie 3?Ich wuerde gerne die Fahrzeuge so orginal getreu machen wie moeglich.Welche Zusatzscheinwerfer wurden damals verbaut?Hella?Und wo kann ich evtl das Video zur 83er finden/kaufen Gruesse aus Spanien.
    Philipp

  4. Farbe Sandglow, Stoßstangen schwarz, Felgen Hellelfenbein/Limestone

    Gekürzte Version des Land Rover V8 Aufklebers auf der Seite.

    Camel Trophy Schilder in gepresstem Alulech an der vorderen Stoßstange.

    Eine kleines Camel Trophy Schild auf der Hecktüre, ein Camel Trophy Aufkleber mit der Startnummer oben rechts auf der Windschutzscheibe und auf linken hinteren Heckscheibe.

    Felgen: 5,5F 16 mit 7,5er Bereifung. Drei verschiedene Profile wurden verwendet: Dunlop T29A, Michelin XYZ und Stollenreifen.

    Zusatzbeleuchtung an der Stoßstange entweder Hella oder Lucas, wie beim County. Am Dachgarten Hella Ralley 1000. Rückleuchten geschützt in den Standard Drahtbechern.

    Die vordere Roverachse hatte einen tyischen kleinen Zusatzschutzkorb, so wie er heute noch üblicherweise angeboten wird.

    Militärische TOW Rings an den vorderen Rahmenhörnern. einige Fahrzeuge hatten eine Militärische Stoßstange mit eingesetztem Zugmaul. Ein Teil der Fahrzeuge war mit Fairey Freilaufnaben ausgestattet (Die hatte wohl jemand vergessen abzubauen)

    Zum Teil mit Lichtgittern, zum Teil ohne. Ebenso Riffel auf den Flügeln. Ebenfalls nciht an allen: Natokanisterhalterungen auf der Stoßstange zwischen den Kotflügeln.

    Ersatztrad an der Hecktüre. Dachgarten wahrscheinlich Brownchurch, an den Seiten Stahl-Luftlandebleche (Sinnfrei im Dschungelmatsch)

    Es gab entgegen vieler Nachbauten keine Anschläge an der Karosserie für Schaufel und Hacke, auch keinen Käfig und keine Ramme.

    Die Verschiedenheit mag darin begründet sein, dass die Trophy gerade mal im dritten Jahr war und LR noch kein offizieller Sponsor war.

    Wenn Du so einen aufbauen willst, dann nimm an erster Stelle keinen Santana. *lach*

    • Hallo Guido,danke fuer die schnelle sehr ausfuehrliche Antwort…die Santanas neheme ich weil ich beide geschenkt bekommen habe Rahmen 0 Rost;-)Nun ist noch ein 109er dabei..(damit ich irgendwann mal Ordnungsgemaess das Dach absprengen kann).Wo bekomme ich denn den Farbton BLVC 63 her?Vielleicht hast du Skype dann muss man das nicht alles ueber die Pinwand machen.Kann dann auch mal Bilder schicken.Mein Account bei Skype ist Altbergbau

      Gruss
      Philipp

    • BLVC 63 ist Sandglow, das hat die Dupont (US) Nummer 44565. Das sollte jede Lackbude raussuchen können. Die BLVC Nummer ist die British-Leyland Nummer, also die Firma die einst die Serien produtziert hat, nachdem Land Rover verstaatlicht wurde. Die dürfte ggf. noch direkt bei Landrover zu beziehen sein. (Vermutung)

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